Absicherungsinstrumente Teil 3: Devisenoptionen

In einer dreiteiligen Serie stellen wir die wichtigsten Finanzinstrumente zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken vor. Nachdem Forwards und Swaps in den vorangegangenen Beiträgen behandelt wurden, werden in diesem abschliessenden Beitrag noch Wesen und Einsatzzweck der Devisenoptionen erläutert.

Definiert werden kann eine Devisenoption folgendermassen: Der Käufer einer Devisenoption erhält das Recht, aber nicht die Pflicht, einen bestimmten Fremdwährungsbetrag zu einem bestimmten Zeitpunkt (oder während einer bestimmten Zeitdauer) zu einem bereits definierten Kurs zu kaufen (Call Option) oder zu verkaufen (Put Option).

Bei der Option handelt es sich somit – in Abgrenzung zu den unbedingten Termingeschäften wie Forwards oder Swaps – um ein bedingtes Termingeschäft. Dieses wird nur unter gewissen Bedingungen abgewickelt, namentlich dann, wenn sich eine Ausübung für den Käufer der Option lohnt. Im anderen Fall wird die Option ohne weitere Verpflichtungen für den Käufer wertlos verfallen.

Der Käufer einer Call Option auf einen bestimmten EUR-Betrag wird die Option somit nur dann ausüben, wenn der EUR zum Ausübungszeitpunkt am Spot-Markt höher notiert als der Ausübungskurs der Option. Ist der EUR am Spot-Markt günstiger, lohnt sich eine Ausübung der Option nicht. Der Käufer wird dann den gewünschten EUR-Betrag am Spot-Markt beschaffen und die Option verfallen lassen.

Somit kann man sich mit einer Option gegen unerwünschte Entwicklungen absichern (z. B. Kursanstieg), während man das Gewinnpotential bei positiver Währungsentwicklung (z. B. Kursrückgang) behalten kann. Diese asymmetrische Risikoverteilung, welche die Charakteristik einer Versicherung aufweist, muss der Käufer dem Verkäufer der Option mit einer Prämie entschädigen. Dies wiederum macht ein bedingtes Termingeschäft teurer als ein unbedingtes Termingeschäft. Bei Letzterem ist im Prinzip nur die Zinsdifferenz zu berücksichtigen, welche aber ökonomisch gesehen keine eigentliche Prämie darstellt, sondern einzig die Finanzierungskosten der Gegenpartei.

Da der Vorteil des asymmetrischen Risikoprofils mit dem Nachteil einer zu entrichtenden Optionsprämie bezahlt werden muss, stellt sich die Frage nach sinnvollen Einsatzbereichen von Devisenoptionen zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die meisten KMU (und auch grössere Unternehmen) einen Grossteil ihrer Bedürfnisse bereits mit den unbedingten Termingeschäften abdecken können. Optionen sind derweil in den meisten Fällen allenfalls als Ergänzung für spezifische Situationen zu betrachten.

Eine solche Situation kann die Offertphase von Grossaufträgen in Fremdwährung darstellen. In einer solchen Phase ist es noch unsicher, ob das Grundgeschäft überhaupt eintrifft und eine Absicherung mittels Forwards wäre nicht angebracht. Mit der Option über die Laufzeit der Offertphase kann man sich aber Planungssicherheit bezüglich des Wechselkurses kaufen, ohne eine Verpflichtung einzugehen (die Option kann zum Beispiel keinen negativen Wert annehmen). Wird der Auftrag gewonnen, kann anschliessend ein unbedingtes Termingeschäft eingegangen werden.

Ein anderes Einsatzszenario besteht in der Abdeckung ganz spezifischer Risiko-Rendite-Bedürfnisse. So kann ein Unternehmen bewusst entscheiden, dass das Potential einer für das Unternehmen günstigen Währungsentwicklung beibehalten werden soll, während es sich von einer adversen Währungsentwicklung schützen möchte. Allenfalls kann man sich mit entsprechenden Ausübungspreisen sogar nur auf den Schutz vor extremen Ereignissen beschränken, zum Beispiel eines Kurszerfalls von mehr als 10 %. Das entspricht dann einer Versicherung mit einem höheren Selbstbehalt und führt entsprechend zu einer tieferen Optionsprämie.

Devisenoptionen haben also durchaus ihre Berechtigung im Rahmen des Währungsrisikomanagements, allerdings sollte deren Einsatz wohlüberlegt sein. Wir freuen uns auf den Dialog mit Ihnen.