Absicherungsinstrumente Teil 1: Devisentermingeschäfte

Die Schweizer Wirtschaft ist international stark vernetzt. In den letzten Jahren stiegen das Import- und Exportvolumen im Güter- und Dienstleistungsverkehr auf neue Rekordwerte. Die meisten Unternehmen sind mehr oder weniger stark von Wechselkursschwankungen betroffen – dies sowohl direkt als Importeure und/oder Exporteure von Waren und Dienstleistungen oder indirekt als Zulieferer, aber auch infolge der ausländischen Konkurrenz. Das Management von Währungsrisiken stellt bei Schweizer Firmen eine wichtige Aufgabe der finanziellen Unternehmensführung dar. Was die direkte Absicherung des Währungsrisikos betrifft, lassen sich verschiedene Instrumente einsetzen. In einer Reihe von drei FX-Blogs werden wir drei Absicherungsinstrumente näher beleuchten: Devisentermingeschäfte, Devisenswaps und Devisenoptionen.

Devisentermingeschäfte sind die am häufigsten genutzten Absicherungsinstrumente. Dabei wird eine Fremdwährung auf einen bestimmten Termin sowie zu einem im Voraus fixierten Wechselkurs gekauft oder verkauft. Der Wechselkurs des Termingeschäfts hängt vom aktuellen Kassakurs sowie der Zinsdifferenz zwischen den zwei Währungsräumen der entsprechenden Devisen ab. Die beiden untenstehenden Abbildungen stellen die Terminkurse der Währungspaare USD/CHF und EUR/CHF dar.

Die Differenzen zwischen Termin- und Kassakursen lassen sich als Kosten für die Absicherung zukünftiger Cashflows in Fremdwährung interpretieren. Für die Absicherung von USD- und EUR-Cashflows betragen die Absicherungskosten aktuell rund 3.4% p. a. bzw. 0.4% p. a. Oder in anderen Worten: Ein in 12 Monaten erwarteter positiver USD- (oder EUR-)Cashflow kann heute zu einem Kurs von 0.9764 (1.1375) abgesichert werden. Im Vergleich zum aktuellen Kassakurs von 1.0105 (1.1417) entspricht dies einem Abschlag von 3.4% (0.4%).

Einsatzmöglichkeiten

Der Einsatz von Devisentermingeschäften ist in der Regel Teil eines klar strukturierten Prozesses zur Absicherung von Währungsrisiken. Dabei bildet eine Cashflow-Planung die Grundlage zur Ermittlung des Devisen-Exposure. Ausgehend von der Zielsetzung im Währungsrisikomanagement wird für die relevanten Währungen bestimmt, wie viel vom Devisen-Exposure (Absicherungsquote), wie weit in die Zukunft (Absicherungshorizont) und wann (Absicherungszeitpunkt) abgesichert werden soll. Durch Abschluss eines Devisentermingeschäftes wird entsprechend ein in der Zukunft erwarteter Cashflow (in Höhe der festgesetzten Absicherungsquote) abgesichert.

Welche Instrumente kommen bei Abweichungen zwischen geplanten und effektiven Cashflows zum Einsatz? Dieser Frage soll in den nächsten beiden FX-Blogs nachgegangen werden.