Kursausschläge des Währungspaars EUR/CHF nehmen zu

Der Verlauf des Wechselkurses EUR/CHF gleicht im aktuellen Jahr einer Achterbahnfahrt. Im ersten Quartal 2018 ist der Wechselkurs EUR/CHF um rund 3% gefallen (zwischen Tiefst- und Höchststand). Im darauf folgenden Quartal erholte sich der Wechselkurs wieder und stieg um rund 5%. Seither hat sich der Schweizer Franken wieder um rund 7% aufgewertet. Dabei stellt ein Wechselkurs EUR/CHF von 1.1200 sowie 1.1992 den Tiefst- bzw. Höchststand dar.

Was sind mögliche Gründe für diese Achterbahnfahrt?

Die „Risk-Off“-Stimmung infolge rückläufiger Aktienmärkte in den ersten Wochen des aktuellen Jahres hatten den Wechselkurs EUR/CHF unter Druck gesetzt. Anschliessend folgte jedoch, beflügelt von einer robusten Euro-Konjunktur sowie der damit verbundenen Erwartung einer Straffung der geldpolitischen Rahmenbedingungen, ein Anstieg bis auf den vormaligen Mindestkurs von 1.20. Seither ist der Euro aufgrund von rückläufigen Eurozone-PMIs (Einkaufsmanagerindex) sowie politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten in Italien und der Türkei unter Druck geraten.

Wo liegen die Chancen und Risiken für das Währungspaar EUR/CHF?

Die Schweizerische Nationalbank hat bei ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung vom 20. September bekräftigt, ihre Geldpolitik vor dem Hintergrund eines sich in den letzten Monaten spürbar aufgewerteten Schweizer Frankens unverändert expansiv zu belassen. Entsprechend sind die Augen auf die Europäische Zentralbank gerichtet. Diese wird die geldpolitischen Zügel erst (weiter) straffen, wenn europäische Daten, insbesondere zu Inflation und Wachstum, positiv überraschen. In diesem Fall dürfte sich das Währungspaar EUR/CHF kurzfristig wieder in Richtung 1.20 bewegen. Wie an anderer Stelle jedoch erläutert, führt eine Zinserhöhung nur in der kurzen Frist zu einem Erstarken einer Währung. Wenn die Inflation als Ursache für die Zinserhöhung gilt, wird dies in der langen Frist zu einer Abwertung der entsprechenden Währung führen. Das Hauptrisiko für das Währungspaar EUR/CHF liegt in den politischen Unsicherheiten in Italien und vor allem im Umgang mit den Staatsschulden von Italien. Diese Unsicherheiten spiegeln sich in den Renditen für italienische Staatsanleihen, welche sich auf dem höchsten Stand seit dem 1. Quartal 2014 befinden.

Diese Unsicherheiten erklären die Volatilität an den Devisenmärkten. Die Höhe der (absoluten) monatlichen Veränderungen des Währungspaars EUR/CHF ist in diesem Jahr auf dem höchsten Stand der letzten fünf Jahre. So liegt die (absolute) monatliche Veränderung in diesem Jahr bei 1.6%. Demgegenüber lag dieser Wert seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses im Januar 2015 bei rund 1% (siehe untenstehende Abbildung).

Was bedeutet das für import- oder exportorientierte Unternehmen? Diese müssen sich auf die erhöhten Unsicherheiten einstellen und sich bewusst sein, welche betrieblichen Auswirkungen aus der Währungsseite resultieren, damit geeignete Massnahmen abgeleitet werden können. Berichten Sie uns, wie Sie mit diesen Unsicherheiten umgehen. Wir freuen uns auf den Dialog.