Unternehmen profitierten im Jahr 2017 vom schwächeren Franken

Erstmals seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses am 15. Januar 2015 hat sich im letzten Jahr der Schweizer Franken im Vergleich zum Euro abgeschwächt. Damit haben die meisten Finanzinstitute nicht gerechnet. Deren Jahresendprognosen 2017 für das Währungspaar EUR/CHF lagen im Durchschnitt um rund 6% daneben. Sie gingen von einem stärkeren Schweizer Franken aus.

Die Abschwächung des Schweizer Frankens geschah zur Freude der Schweizer Exportwirtschaft und Tourismusbranche. Dies lässt sich nun – nach dem Ende der Berichtssaison der kotierten Unternehmen – auch empirisch feststellen. Das Beratungsunternehmen IFBC AG hat im Rahmen des Finance Dialogs auch für 2017 die Wechselkurseffekte bei den kotierten Schweizer Nicht-Finanzunternehmen untersucht. Als Grundlage dienten dabei die bis Ende März publizierten Jahresabschlüsse von 109 kotierte Nicht-Finanzunternehmen, wobei 67 Institute ihren Umsatz währungsbereinigt offenlegten.

Während im Jahr 2015 nach der Aufgabe des EUR/CHF Mindestkurses der Effekt stark negativ war, hatte im Jahr 2016 die Wechselkursentwicklung praktisch keinen Einfluss auf das operative Umsatzwachstum. Für das Jahr 2017 haben sich die Wechselkurse bei den 67 untersuchten Schweizer Firmen stärker ausgewirkt. Bezogen auf den Umsatz betrug der Währungseffekt +3.64% im Durchschnitt. Das bedeutet, dass bei konstanten Wechselkursen das Umsatzwachstum «nur» 5.93% betragen hätte, statt der effektiv eigetretenen 9.57%. Seit langer Zeit konnten die exportorientierten Unternehmen wieder einen positiven Währungseffekt verzeichnen. Diese «Verschnaufpause» darf aber nicht dazu verleiten, die Währungssituation nun auf die leichte Schulter zu nehmen.

Nächste Woche zeigen wir an dieser Stelle eine weitere Erkenntnis aus derselben Untersuchung. Neben dem Währungseinfluss auf den Umsatz haben wir auch den Einfluss auf den Wert von in Fremdwährungen gehaltenem Nettovermögen untersucht.