Die Zinsen und die Währungen

Eine Frage, welche gerade wieder an Aktualität gewinnt, ist jene nach dem Zusammenhang zwischen Zinsen und Währungen. Generell geht man davon aus, dass höhere Zinsen eine Währung attraktiver machen und zu steigenden Wechselkursen führen. Aber stimmt das?

Aus aktuellem Anlass (steigendes USD-Zinsniveau) wollen wir diesen Zusammenhang in unserem FX-Blog analysieren. Die Frage ist allerdings nicht so einfach zu beantworten. Neben der eingangs erwähnten These (steigende Zinsen, stärkere Währungen) gibt es durchaus auch Anhaltspunkte, dass das Gegenteil zutrifft (These 2: Steigende Zinsen, schwächere Währungen). Im Folgenden wird die These 1 erläutert und anhand des Währungspaares USD/CHF überprüft. 

These 1: Steigende Zinsen, stärkere Währungen

Häufig wird argumentiert, dass ein steigendes Zinsniveau zu einem Erstarken der entsprechenden Währung führt. Weshalb ist das der Fall? Höhere Zinsen erhöhen die Attraktivität der Währung als Anlagewährung, was zu einer höheren Nachfrage und entsprechend zu einem höheren Wechselkurs führt. Um diese These zu überprüfen, haben wir in der unten stehenden Abbildung die monatlichen Zinsänderungen in den USA (1-Jahres-Swap-Satz) den Veränderungen des Wechselkurses USD/CHF gegenübergestellt (eine Zunahme des USD/CHF-Kurses bedeutet eine Aufwertung des USD). Dabei betrachten wir den Zeitraum von Januar 2000 bis Ende April 2018. Es lässt sich unschwer feststellen, dass eine Erhöhung des USD-Zinsniveaus tendenziell mit einer Aufwertung des USD in Verbindung steht (Korrelationskoeffizient von 0.39).

Entsprechend können wir vorerst den Schluss ziehen, dass die These 1 gestützt wird, ein steigendes Zinsniveau also zu einem Erstarken der Währung führt. Aber Vorsicht: Das ist nur die halbe Wahrheit, wie wir nächste Woche sehen werden, wenn wir uns mit These 2 befassen.