Steigende US-Zinsen und die Schwellenländer

Der US-Dollar („USD“) ist die weltweit bedeutendste Reservewährung, d.h. die gewichtigste von Zentralbanken für Währungsreserven genutzte Währung. Obwohl die Bedeutung des USD seit der Einführung des Euros („EUR“) abgenommen hat, macht dieser per Ende 2017 immer noch über 60% der internationalen Währungsreserven aus. Der zentrale Stellenwert des USD zeigt sich insbesondere bei Schwellenländer mit einem Handelsbilanzdefizit, welche dieses Defizit in USD finanzieren. Für diese Länder und deren Währung ist der aktuelle Zinsanstieg beim USD von besonders bedeutsam.

Steigende US-Zinsen und Bedeutung für Schwellenländer

In diesem Jahr haben die Renditen für 10-jährige Staatsanleihen stark zugelegt. Seit Jahresbeginn sind diese um 0.54 Prozentpunkte (54 Basispunkte) gestiegen und haben erstmals seit 2013 die Marke von 3% überschritten.

Die steigenden US-Zinsen verteuern in der Folge die Finanzierungskosten von Schwellenländern mit Handelsbilanzdefiziten. Auf Ende 2016 sind hauptsächlich drei Schwellenländer mit einem Handelsbilanzdefizit zu nennen: Indien, die Türkei sowie Südafrika. Dabei hat Indien das grösste Handelsdefizit mit CHF -95 Mrd., gefolgt von der Türkei mit CHF -56 Mrd. und Südafrika mit CHF -16 Mrd.

Implikation Wechselkurse

Was bedeutet das nun für die Währungen der besagten Länder? Bei steigenden US-Zinsen sollten die Währungen von Schwellenländern mit einem Handelsbilanzdefizit grundsätzlich abwerten. Die türkische Lira („TRY“) hat tatsächlich stark abgewertet. Seit Jahresanfang notiert das Währungspaar TRY/CHF um rund 10% tiefer. Die indische Rupie („INR“) hat im Vergleich zum CHF nur leicht abgewertet (-3%). Demgegenüber hat der südafrikanische Rand („ZAR“) um rund 3% aufgewertet. Die relative Kursentwicklung des ZAR im Vergleich zum INR und TRY kann u.a. mit dem geringeren Gewicht des Handelsbilanzdefizits von Südafrika im Vergleich zu jenem von Indien und der Türkei erklärt werden.

Oder mit anderen Worten: Der Zahlenvergleich lässt darauf schliessen, dass die INR und die TRY sensitiv auf Änderungen der US-Zinsen reagieren.

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