Indirektes FX-Exposure

Der Schlüssel zu einem erfolgreichen Währungsmanagement liegt in einer ganzheitlichen, integrierten Betrachtung der Währungsthematik. Eine entsprechend sorgfältige Auseinandersetzung mit dem Geschäftsmodell unterstützt Unternehmen bei der Identifikation direkter und indirekter Währungsrisiken. Dies soll anhand des folgenden Beispiels veranschaulicht werden. Ein exportorientiertes Unternehmen, das in der Schweiz produziert («Schweizer Produzent») und seine Waren im Euroraum absetzt, hat entsprechend ein direktes EUR/CHF-Währungsrisiko. Die Berücksichtigung der Produktionswährung eines Konkurrenzunternehmens soll Aufschluss über das indirekte Währungsrisiko geben. Ein Konkurrent, der beispielsweise in den USA produziert («US-Produzent») und seine Waren ebenfalls im Euroraum absetzt, profitiert bei einer Aufwertung des EUR gegenüber dem US-Dollar («USD»). Falls der US-Produzent den Währungsvorteil seinen Kunden (teilweise) weitergibt, kann sich der (wertmässige) Umsatz des Schweizer Produzenten in EUR ebenfalls reduzieren, da er die Preise entsprechend senken muss. Dadurch hat der Schweizer Produzent trotzt stabilem EUR/CHF-Wechselkurs ein indirektes, währungsbedingtes Absatzrisiko über die Produktionswährung seiner Hauptkonkurrenten. Im vorliegenden Beispiel resultiert folglich ein indirektes EUR/USD-Währungsrisiko. Die indirekten Währungsrisiken sind oft schwierig zu identifizieren und zu quantifizieren. Trotzdem ist eine sorgfältige Auseinandersetzung mit derartigen indirekten Währungseffekten im Rahmen der finanziellen Unternehmensführung unabdingbar, da sie den Erfolg eines Unternehmens massgeblich beeinflussen können.